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ISBN/EAN: 978-8-02-839398-4
Einband: kartoniertes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2025
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
88 S.
Format (T/L/B):
0.5 x 22.9 x 15.2 cm

Hersteller:
Copycat s.r.o.
kristoferpaetau@gmail.com
Schnirchova 662/22, Holesovice
CZ 170 00 Prague


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Exil

Psychologisches Kammerspiel über Ehekrise, freie Liebe und Eifersucht im irischen Modernismus

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Beschreibung

James Joyces Exil, das 1918 veröffentlichte einzige vollendete Drama, entfaltet in drei Akten ein Kammerspiel über Ehe, Begehren, Freundschaft und die Zumutungen radikaler Freiheit. Im Zentrum stehen Richard Rowan, seine Partnerin Bertha und der Freund Robert Hand, deren Beziehungen durch Eifersucht, Geständnisse und moralische Experimente geprüft werden. Stilistisch verbindet Joyce ibsenhafte Dialogspannung mit psychologischer Ambivalenz; im Kontext des europäischen Modernismus erscheint das Stück als nüchterne Vorstudie seiner großen Bewusstseinskunst. Joyce, 1882 in Dublin geboren und seit 1904 freiwillig im kontinentalen Exil lebend, schrieb aus der Erfahrung kultureller Entwurzelung, katholischer Prägung und intellektueller Opposition gegen irische Konventionen. Seine Beziehung zu Nora Barnacle, seine Auseinandersetzung mit Treue, Besitzdenken und künstlerischer Selbstbehauptung sowie die Bewunderung für Henrik Ibsen prägen die dramatische Versuchsanordnung. Exil spiegelt daher weniger autobiographische Beichte als eine streng komponierte Untersuchung moderner Intimität. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die Joyce nicht nur als Erzähler von Dubliners, Ulysses oder Finnegans Wake kennenlernen möchten, sondern als Dramatiker der ethischen Unsicherheit. Exil verlangt aufmerksame Lektüre, belohnt jedoch mit präzisen Einsichten in Macht, Vertrauen und Selbsttäuschung. Für Studierende der Moderne und Liebhaber anspruchsvoller Dialogkunst ist es eine unverzichtbare, oft unterschätzte Ergänzung.