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Details
ISBN/EAN: 978-3-7374-0514-0
Einband: gebundenes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2026
1. Auflage 2026
Erschienen am:
10.08.2026
10.08.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
240 S.
240 S.
Hersteller:
Waldemar Kramer im Verlagshaus Römerweg GmbH
verlagshausroemerweg@sigloch.de
Römerweg 10
DE 65187 Wiesbaden
Waldemar Kramer im Verlagshaus Römerweg GmbH
verlagshausroemerweg@sigloch.de
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Mehr als Hessian Mercenaries und Elvis Presley
250 Jahre Transatlantische Beziehungen Hessen - USA 1776-2026
36,00 €
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Beschreibung
Nicht die im Sold des britischen Königs kämpfenden Soldaten aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel stehen im Mittelpunkt dieses Buches und auch nicht das Rock-n-Roll-Idol Elvis Presley. Vielmehr werden unterschiedliche Aspekte eines transatlantischen Transfers in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in den Blick genommen - und dies bereits für die Zeit vor dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Um dies möglichst anschaulich zu machen, werden die Facetten dieser Beziehungen anhand von konkreten Beispielen - etwa Einzelpersönlichkeiten, Auswanderergruppen oder Firmen - betrachtet. Damit wird die Fokussierung auf Hessen-Kassel relativiert und andere Regionen, auch und gerade das weitere Rhein-Main-Gebiet in den Blick gerückt.
Über Holger Gräf, Christina Stehling
Holger Th. Gräf (* 1960) hat in Gießen und Leicester (GB) Geschichte und Geografie studiert. Nach seiner Promotion 1992 war er Assistent an der Humboldt-Universität (Berlin) und Brittingham Visiting Scholar in Madison (USA). Seit 1996 ist er am Hessischen Institut für Landesgeschichte in Marburg tätig. Er beschäftigt sich mit Stadt-, Adels- und Militärgeschichte sowie historischer Bildkunde. Christina Stehling (* 1970) ist freie Projektmitarbeiterin am HIL in Marburg. Ihre Forschungsinteressen liegen u. a. im Bereich der Frauen- und Geschlechtergeschichte, der Bildungsgeschichte und der Verwandtschaftsforschung. In ihrer Dissertation hat sie anhand der ökonomischen Praktiken frühneuzeitlicher Marburger Professorenhaushalte deren Bedeutung für Stadt und Universität untersucht.
Leseprobe
Bereits anlässlich des 250. Geburtstages der Continental Army unter General Washington setzte 2025 eine beachtliche Welle an Ausstellungen und Tagungen ein, die sich mit der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 beschäftigen. Die Veranstaltungen in den USA sind kaum überschaubar, aber auch hierzulande wird einiges geboten. Der Bogen spannt sich von Diskussionsrunden, wissenschaftlichen Vortragsreihen und Tagungen bis hin zu den Reenactment-Events einschlägiger Vereine. In Bad Homburg beschäftigte sich am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität eine Vortragsreihe mit dem Thema 'Umkämpftes Vermächtnis: Die Declaration of Independence als lebendige Tradition'. Und die Ausstellung 'Frankfurt went West' im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte zeigt anhand von Fotografien des Presse- und Sensationsfotografen Mickey Bohnacker (1928-2017), gewissermaßen aus nächster Nähe, die zahlreichen Facetten der 'Amerikanisierung' Frankfurts zwischen 1945 und 1965. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei diesen Veranstaltungen meist auf der Bedeutung der USA für die Entwicklung der Demokratie und die kulturellen Prägungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der vorliegende Band reflektiert diesen Aspekt selbstverständlich ebenfalls. Allerdings ist sein Ansatz zeitlich wie thematisch breiter angelegt. Wie im Titel ablesbar, geht es darin eben um mehr als die dies- und jenseits des Atlantiks fest im kollektiven Gedächtnis verankerten 'Hessian Mercenaries' oder den zweifellos kaum zu überschätzenden Einfluss von Elvis Presley auf die Entwicklung der Musikszene ab den 1950er-Jahren. Die Beiträge des Bandes setzen sich jedoch darüber hinaus mit der Beziehungsgeschichte zwischen dem Raum des heutigen Bundeslandes Hessen und Nordamerika auseinander. Dabei werden die vielfältigen Aspekte eines transatlantischen Transfers in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in den Blick genommen werden - und das 'vice versa', also ausdrücklich in beide Richtungen. Auch der Zeit vor dem Unabhängigkeitskrieg wird im 'Prolog' von Holger Th. Gräf die angemessene Aufmerksamkeit geschenkt. Tatsächlich kann Hessen hier mit einigen Besonderheiten aufwarten, die man bei einem Binnenland zunächst nicht erwartet. Tatsächlich folgt die Forschung bis in die jüngste Vergangenheit dem Bonmot des franko-amerikanischen Zeitzeugen des Unabhängigkeitskrieges, Saint John de Crèvecoeur (1735-1813): 'Die Hessen, die bekannter maßen fast gar keine Kenntniß von Amerika hatten, glaubten lange Zeit, dass der Name Rebellen, wirklich der Namen der Einwohner sei.'[1] Doch bereits im 17. und 18. Jahrhundert sorgten die dynastischen und politischen Verbindungen in die Niederlande und nach Großbritannien dafür, dass Auswanderer, aber auch Soldaten aus Hessen nach Amerika gingen. Erwähnt sei etwa Jakob Leisler (1640-1691), der im hanauischen, heute zu Frankfurt gehörigen Bockenheim geboren wurde und 1660 im Sold der niederländischen Westindien-Kompanie in das damals noch niederländische Nieuw-Amsterdam, also New York, auswanderte. Er kam dort zu Wohlstand und Ansehen und wurde 1688 zum Führer einer Rebellion gegen das koloniale Patriziat. Sein Vater war reformierter Pfarrer gewesen und die Familie eng mit der niederländisch-wallonischen Exulanten-Community in Neu-Hanau verbunden und darüber in deren weitgestreckten Handelsbeziehungen einbezogen. Hier griffen also die wirtschaftlichen und religiös-konfessionellen Kontakte ineinander. Er ist aber nicht das einzige Beispiel, wie am Engagement der sogenannten 'Frankfurter Landcompagnie' im Zusammenhang mit der Gründung von Germantown im Jahre 1683 und der Person von Franz Daniel Pastorius (1651-1719/1720) weiter gezeigt wird. Man darf also mit gutem Grund voraussetzen, dass man in Hessen schon vor dem Unabhängigkeitskrieg gewisse Kenntnisse von Amerika hatte. Der Einsatz im Unabhängigkeitskrieg bedeutete dann freilich einen erheblichen Quantensprung. Er sorgte dafür, dass rund 5 % der damaligen Bevölkerung in der Landgrafschaft Hessen-Kassel Überseeerfahrung hatte.